02.07.2009 bis 14.07.2009 |
Miskolc |
Zu Besuch bei Freunden
(Bericht über die ProCura-Fahrt 2009 nach Ungarn und in die Slowakei)
Wenn man an einer Bushaltestelle gleich von mehreren "Einheimischen" in einer ausländischen Stadt bereitwillig
mit Informationen versorgt wird und dann noch auf Deutsch, dann kann es sich um Ungarn handeln. So in unserem Fall.
Auf dem Flughafen Budapest angekommen hatten wir erfolgreich den Zug in die Innenstadt genommen. Nach etwa
20 Minuten Zugfahrt erreichten wir Budapest-Nyugati und mussten, um nach Miskolc in den Norden des Landes weiterzufahren,
zum Bahnhof Keleti wechseln. Auf der Suche nach dem geeigneten Transferbus machten dann viele der Erstbesucher Ungarns jene
Erfahrung ungarischer Freundlichkeit. Selbst wenn die Auskünfte teilweise widersprüchlich waren, allein der Umstand, dass
fremde Menschen uns auf Deutsch hilfsbereit zur Seite stehen wollten, war wohltuend für uns. Ausserdem hatten wir Zeit, denn
unser Zug ging erst am Abend. So war Zeit in Kleingruppen die Hauptstadt Ungarns zu erkunden. Bei einigen fiel diese Erkundung
zeitlich deutlich kanpper aus als erwartet, da die hohen Temperaturen eine frühere Rückkehr an den Sammelpunkt im Bahnhof
sinnvoll erscheinen ließen.
Am späten Donnerstagabend des 2.Juli trafen wir alle in Miskolc ein und wurden dort von P.Tamas Forrei SJ, dem
Schulleiter des Jesuitenkollegs dort, und Kolleginnen der Deutschfachschaft mit PKW's vom Bahnhof zum Kolleg bzw. ins Internat
gebracht. Dort sollten wir die nächsten knapp zwei Wochen wohnen und essen.
Lehrer und Schüler des Kollegs in Miskolc hatten die nächsten Tage und Wochen für uns geplant und waren auch
unsere deutschsprachigen Begleiter. Sie zeigten uns am ersten Tag die durchaus sehenswerte Innenstadt von Miskolc, die über
den Bus direkt und schnell vom Kolleg aus zu erreichen war, begleiteten uns auf der Fahrt nach Sarospatak, der Geburtstadt der
heiligen Elisabeth (von Thüringen), forderten unsere Kräfte auf einer Wanderung durch das Bükk-Gebirge und waren auch mit uns
auf jener Farm, von deren Eindrücke wir dann am Montag überrascht wurden.
Zwar hatten wir einen sozialen Einsatz in dieser Zeit geplant,
doch andere Erwartungen gehabt. Die Farm war ein
großes Gelände, das sich über mehrere Ebenen in einer Hanglage erstreckte. Doch die erwarteten Jugendlichen bzw. Kinder
trafen wir dort nicht. Stattdessen gab man uns verschiedene Arbeiten, die wir allein ausführten, vom Mistschaufeln über das
mehrfache Anstreichen eines Stalls bis hin zum Roden eines künftigen Sportgeländes, dem Abbau von Sand an einer Steilwand und
der Beseitigung von Ästen und Baumstämmen auf dem Gelände. Das alles sorgte bei der abendlichen Tagesreflexion daher auch zu
einigem Befremden und Unmut. Wo waren die Behinderten, mit denen wir arbeiten wollten, und wer waren die viele Erwachsenen,
die oft um uns herumstanden und uns zusahen? Doch in den nächsten Tagen wich bei dem einen oder der anderen der Frust. Die
Männer, die uns zusahen, waren die Bewohner der Farm, Erwachsene, die aufgrund geistiger Behinderung dort lebten und die Farm
mit aufbauten, allerdings eben in ihrem Tempo. Und bald standen sie auch nicht mehr um uns herum und staunten, sondern
begrüßten uns immer freundlicher, Tag für Tag. Und als wir uns verabschiedeten, gaben uns viele die Hand. Und die Arbeit, die
wir taten? Wir haben zwar nicht mit den Bewohnern der Farm an einem Projekt zusammengearbeitet. Doch wir haben etwas für sie
und den Aufbau dieser Anlage getan. Und es gab nach dieser Woche dann doch diejenigen unter uns, denen es im Rückblick viel
Spaß gemacht hatte, einmal körperlich teilweise durchaus anstrengend gearbeitet zu haben.
Die noch verbleibenden Tage nutzten wir zu einem Abstecher über die ungarische Grenze in das nördliche
Nachbarland Slowakei, nach Presov und Kosice. Vor allem die schöne Stadt Kosice mit ihrem Park, dem singenden Brunnen darin,
der Elisabeth-Kathedrale im Zentrum - einer Art Kölner Dom in klein - und die vielen Trauungen im 20 Minuten-Takt an diesem
Samstag haben bleibende Eindrücke und Erstaunen hinterlassen. Bei allen solchen Besichtigungstouren gab es Zeit in
Kleingruppen durch die Städte zu schlendern und nach einem Platz für die Mittagsmahlzeit Ausschau zu halten.
Am Sonntag hatten wir dann noch Zeit in Begleitung einer Kollegin und ihres Mannes nach Eger zu fahren, in eine
vom Barock geprägten Stadt mit einer schönen Burganlage über der Innenstadt, von der aus es sich wunderschön auf Eger
herabblicken ließ. Schade war allerdings, dass die Führung durch die Kasematten ausschließlich auf Ungarisch war. Nur einige
wenige Tafeln waren mehrsprachig ausgeschildert.
Die schöne Innenstadt Egers an diesem sonnigen Sommersonntag war dann ein schöner Ort zum Verweilen und ließ
bei manchem so richtig das Gefühl von Ferien aufkommen, zumal auch die Preise für Speis und Trank, dies und das immer noch
unter den deutschen lagen. So waren denn bei der Abendmesse und dem integrierten Rückblick auf die Fahrt viele mehr als
zufrieden mit den Tagen und dem Miteinander in der Gruppe, der Unterkunft im Kolleg und der warmen Verpflegung in der dortigen
Mensa, den vielen Eindrücken und den freundlichen und hilfsbereiten Menschen im Kolleg und auf den Straßen Ungarns. Sicherlich
ein Grund mehr, in dieses schöne Land zu reisen, vielleicht auch für Sie und Euch, die den Bericht gelesen haben und nicht bei
dieser Fahrt dabeisein konnten.
P. Gundolf Kraemer SJ
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09.04.2009 bis 11.04.2009 |
Ako |
Die Feier des Triduum Sacrum (in den Osterferien 2009)
Als katholische und für alle Christen offene Jugendgruppe haben wir in den Sommerferien 2009 erstmals
zusammen die heiligen drei Tage Gründonnerstag, Karfreitag, Karsamstag (mit Osternacht) gefeiert, also
das sog. Triduum Sacrum.
Eingeladen waren alle Mitglieder von ProCura mit Freunden. Vorbereitet hatten die Tage
ältere Mitglieder der Jahrgangsstufen 9-13. In mehreren Treffen hatte sich dann das Vorbereitungsteam
Gedanken gemacht über den Ablauf, die Inhalte und Kulinarisches in den Tagen. Was dabei herauskam, kann
auf den folgenden Seiten eingesehen werden.
Es kamen am 9.April 2009 etwa 40 Personen zusammen, um in den Sporthallen des Kollegs zu
übernachten, durch thematische Spiele sich auf die Tage einzu-stimmen und die Liturgie miteinander zu
feiern. Abends erfolgte immer eine Aus-wertung des Tages in gemeinsamer Runde. Begonnen wurde mit Spielen,
welche die Teilnehmer ais den unterschiedlichen Altersstufen zusammenbringen sollten. Die Spiele am
Karfreitag waren dann unter dem Thema "Vertrauen" auf die Tage abgestimmt, am Samstag der Freude gewidmet,
in Gemeinschaft zu sein. Die liturgischen Elemente bestanden aus einer Abendmahlsfeier in der Krypta mit
symbolischer Waschung, aus Passionsspiel, Kreuzweg mit eigenem Kreuz als Nachtwanderung auf dem Gelände,
aus Morgengebet an den Gräbern des Friedhofes zur Erinnerung an den Tag der Grabesruhe, das Suchen von
Ostereiern und die Osternachtfeier. Zu dieser Feier waren dann auch die Angehörigen der Teilnehmer
eingeladen, so dass die Krypta des Kollegs nicht zu groß war. Mit einer kleinen Agape im Anschluss der
Feier endeten dann die gemeinsamen Tage.
Da die Resonanz auf die Tage sehr positiv war, werde ich mit den älteren Mitgliedern und
Gruppenleitern darüber nachdenken, ob es nicht auch im neuen Schuljahr, d.h. zu Ostern 2010, ein
ähnliches Angebot geben wird.
(P. Gundolf Kraemer SJ) Bilder: Oliver Haluch
Programm des Ostertreffens zum download
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