Gesammelt in Gott und Musik

Doamne miluieste - Herr erbarme dich

... diese Worte waren so oft zu hören und werden in unseren Ohren bleiben von der orthodoxen Messe und von den drei Konzerten des Apulum Chores, des rumänischen Chors aus Alba Julia, mit dem unser Orchester am Aloisiuskolleg im September in Bonn und Bad Godesberg drei Konzerte gab.
Getragen wurden Gebet und Gotteslob sowie die rumänischen Lieder von Stimmen, wie wir sie hierzulande nicht haben. Sind Rumänen mit besonderen Gesangsorganen beschenkt? Oder singt man dort ein Leben lang mehr? Die Klangsubstanz jedenfalls macht staunen. Hinzu kommt eine Probenkultur und Musizierdisziplin, die den besten Ergebnissen hier nicht nachsteht. Was darüber hinaus Natur und Kultur, Stimme und Kunst optimierend zusammenbrachte, war die Wesensart unserer Gäste, die Fröhlichkeit mit ernsthaften Anliegen verband, Konzentration mit Gelassenheit und Akribie mit Großzügigkeit. Professionelles Streben vergaß nicht das Musikantische, zielgeführte Konzertaufführung nicht spontanes Singen. Letzteres konnte jederzeit erklingen, wo immer ein höheres Gewölbe sich über den Sängern auftat - in den Bonner Kirchen, in der orthodoxen Kirche in Brühl sowie im Aachener und Kölner Dom. Im Aachener Rathaus veredelte man, ohne es zu ahnen, eine Hochzeit im Nebenzimmer.
Alle Fähigkeiten und Fertigkeiten laufen in Nicolae Topîrcean, dem Dirigenten und Chorleiter zusammen, seiner Gesammeltheit in Gottesdienst und Musik und seiner Herzlichkeit im Umgang; er ist auch Diakon und hauptberuflich Schulleiter in Alba Julia. Unsere Erlebnisse im Medium der grenzenüberschreitendsten Sprache der Welt konnten auf der Abschlussfeier nur noch affektiv überboten werden - durch den Gefangenenchor aus "Nabucco".
Der Chor, der schon mehrere Wettbewerbe gewonnen und mit unterschiedlichen Ensembles gespielt hat, verband sich mit unserem Orchester wunderbar. Wir freuen uns auf die Proben und Konzerte während unseres Gegenbesuchs in Rumänien vom 12. bis 22. Juni 2008. Dort werden wir mit Nicolae und seinen Mannen das Concordia Kinderdorf in Ploiesti bei Bukarest besuchen, für das sich Pater Gundolf Kraemer mit seiner PRO CURA Jugendgruppe aktiv einsetzt. Wir haben vor, mit den ehemaligen Straßenkindern einen Musikworkshop zu machen und ein gemeinsames Konzert zu geben. Spenden hierfür sowie für Musikinstrumente und -unterricht für die Kinder aus Rumänien sind übrigens sehr willkommen und werden von uns persönlich und zielgerichtet überbracht.

Das Konzert in der Ako-Kirche

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