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Erziehung im Internat
Leben und Lernen in der Gemeinschaft
Wir wollen unseren Schülerinnen und Schülern nicht
nur eine sorgfältige Schulausbildung geben, die sie zu einem guten
Abitur befähigt. Unsere Arbeit zielt auf eine ganzheitliche
Erziehung des Einzelnen innerhalb der Gemeinschaft. Die gesamte
Erziehung ist christlich geprägt und legt Gewicht auf die
individuelle Zuwendung und Sorge für jede Schülerin und jeden
Schüler (cura personalis). Sie betont die Eigeninitiative und hält
dazu an, ein Leben lang weiter zu lernen. Sie orientiert sich an
Werten, ermutigt zur Annahme des eigenen Selbst und verhilft zu
einer realistischen Wahrnehmung der Welt, in der wir leben. Sie
zielt auf die Fähigkeit ab, klar und kritisch zu urteilen und freie,
verantwortliche Entscheidungen zu treffen. Worum es uns geht: dass
Jesuitenschülerinnen und –schüler am Ende ihrer Internatszeit
gelernt haben, Verantwortung für sich und für Andere zu übernehmen,
im Kleinen wie in der Gesellschaft als Ganzer.
Kräfte freisetzen, Begabungen fördern, Grenzen überschreiten
Jesuitische Erziehung sucht die Bereitschaft zum ‚magis’, zum
jeweils Größeren, Besseren, ja zum Außergewöhnlichen zu wecken. Das
bedeutet für uns: Talente erkennen, Fähigkeiten umfassend fördern –
gerade als Bereitschaft, sie für Andere einzusetzen. Bevor
Begabungen gefördert und Schwächen behoben werden können, müssen sie
erkannt sein. Wir kennen unsere Schülerinnen und Schüler nicht nur
aus dem Unterricht, wir kennen sie auch aus ihrem Alltag und können
sie deshalb in ihrer Gesamtpersönlichkeit würdigen und uns auf ihre
optimale Förderung und Herausforderung einstellen. Zum Angebot des
Kollegs gehören deshalb vielfältige sportliche und musisch-kreative
Betätigungen, eine Vielzahl von Freizeitkursen unseres
AKO-Pro-Seminars, tägliche Hausaufgabenkontrolle, Förderunterricht
und Einzelnachhilfe bei Lern- und Leistungsdefiziten oder umgekehrt
bei besonderen Begabungen, schulpsychologische Beratung.
Erziehung auf christlichem Fundament
Unser Internat soll ein Ort sein, wo jeder seine Würde als Mensch
erfährt, wo über die Bedeutung des Gelernten nachgedacht wird, wo
man sich der Frage nach der Gerechtigkeit verpflichtet weiß und wo
die Frage nach Gott wachgehalten wird. Wer sich dem Strom der Zeit
nicht überlassen will, braucht das Beständige. Wertewandel und
Zeitgeist machen Grundsätze und Überzeugungen nicht überflüssig,
sondern notwendig. Sie werden umso dringlicher, je schneller sich
die Zeiten wandeln. Besonders Heranwachsende bedürfen der geistigen
und moralischen Führung, sie brauchen zu ihrer Orientierung
Beispiele verantworteten Lebens. Philosophie und Religionsunterricht
grenzen den Raum ab, in dem es letztlich um die Auseinandersetzung
des Menschen mit Gott geht. Sie bedarf der meditativen Vertiefung:
Die Krypta unserer Kollegskirche lädt dazu ein. Aber auch
regelmäßige Gottesdienste, geprägte Festzeiten und Tage der Stille
im Kloster dienen der religiösen Erfahrung. Wir suchen gemeinsam
nach Ausdrucksformen dafür, nach einer Sprache für das ‚Unsagbare’.
Das Maß der Dinge ist um des Menschen willen nicht der Mensch,
sondern Gott.
Vitale Bereitschaft zum Besuch des Internats
Wenn jemand nicht aus freien Stücken „Ja“ sagt und ein Leben im
Internat bloß in Kauf nimmt, weil er glaubt, sich damit irgendwann
abfinden zu können, so wird er hier nicht glücklich. Wer eine
Internatsschule besuchen will, muss aus freien Stücken ins Internat
kommen wollen. In einem offenen, ehrlichen Gespräch beraten die
Eltern mit ihren Töchtern und Söhnen gemeinsam mit dem Schul- und
Internatsleiter die Gründe, die Chancen und Risiken einer solchen
Entscheidung. Dabei suchen sie ein möglichst hohes Maß an
Übereinstimmung zwischen der Familie und dem Lebensraum des
Aloisiuskollegs. Gemeinsam anerkannte Werte verbinden ebenso wie
Erziehungsstil und Atmosphäre; sie schaffen gegenseitiges Vertrauen
und fördern auf besondere Weise die Persönlichkeitsentwicklung
junger Menschen.
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